Sicherheitsdokumentation

Im Rahmen der Planung, der Inbetriebnahme und des laufenden Betriebs von Tunnelanlagen ist in der Regel eine Vielzahl von Einzeldokumenten, wie Sicherheits- und Rettungskonzepte, Gesamtsicherheitskonzepte, Gefährdungs- und Risikoanalysen, Alarm- und Gefahrenabwehrpläne, Feuerwehrpläne, Berichte über Störungen und Unfälle etc., zu erstellen.
Zweck, Inhalt und Layout der einzelnen Dokumente sind mit allen Beteiligten (Betreiber, Behörden, Einsatzdienste,...) abzustimmen. Durch eine einheitliche Struktur und die Vermeidung von Redundanzen kann der Bearbeitungsaufwand optimiert und der Aufwand für Einweisung und Handhabung minimiert werden.

Unsere Dienstleistungen umfassen im Einzelnen:

Gesamtsicherheitskonzept

Gesamtsicherheitskonzepte sind insbesondere im Zusammenhang mit der Planung von Tunneln (Neubau bzw. Nachrüstung) zweckmäßig. Wie es der Name schon ausdrückt, geht es dabei um eine gesamtheitliche Betrachtung aller sicherheitstechnischen Maßnahmen mit Analyse der zeitlichen Abläufe und der funktionalen Zusammenhänge. Im Gesamtsicherheitskonzept soll auch eine Grobbeurteilung von Risiken unter Berücksichtigung der besonderen Charakteristik eines Tunnels vorgenommen werden, insbesondere mit Blick auf den Bedarf an zusätzlichen Maßnahmen.

Des Weiteren sind im Gesamtsicherheitskonzept typische Schadensszenarien hinsichtlich der Schadensverhütung und der Ereignisbewältigung zu untersuchen und zu bewerten. Bei der Ereignisbewältigung geht es insbesondere um die Schadensmeldung/ Alarmierung, die Selbst- und Fremdrettung sowie um die Hilfeleistung und Brandbekämpfung. Neben der funktionalen Darstellung des Zusammenwirkens sind vor allem die zeitlichen Abläufe, beginnend mit der Detektion, der Alarmierung der Einsatzkräften und der Warnung der Tunnelnutzer sowie der Aktivierung von Sicherheitssystemen (Tunnelsperrung, Lüftung etc.), zu bewerten. Dabei sind auch spezielle Aspekte, wie die Tunnelüberwachung (Tunnelleitzentrale oder Leitstelle Feuerwehr bzw. Polizei) oder die Hilfsfristen bzw. die Leistungsfähigkeit der örtlichen Feuerwehren zu berücksichtigen oder auch die Zweckmäßigkeit spezieller Überwachungs- und Detektionssysteme (z.B. Videodetektion) zu bewerten.

Das Gesamtsicherheitskonzept soll nicht als formaler Bestandteil der Sicherheitsdokumentation dienen, sondern als integrales und strategisches Arbeitspapier, das eventuell vorhandene Schwachstellen aufzeigt und damit den Planungsprozess optimiert.

Alarm- und Gefahrenabwehrplan

Die Erstellung von Alarm- und Gefahrenabwehrplänen wird u.a. in der Störfall-Verordnung – 12. BImSchV abgeleitet. Für Tunnelanlagen im Bereich Straße sind Alarm- und Gefahrenabwehrpläne in der RABT (Richtlinie für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln) und im Bereich Schiene in der EBA-Richtlinie (Anforderungen des Brand- und Katastrophenschutzes an den Bau und den Betrieb von Eisenbahntunneln) gefordert. Danach hat die für den Betrieb zuständige Stelle Alarm- und Gefahrenabwehrpläne zu erstellen. Diese sind mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst abzustimmen.

Alarm- und Gefahrenabwehrpläne sollen im Grundsatz eine Beschreibung des bestehenden Sicherheitskonzeptes beinhalten. Für die wichtigsten Szenarien sind dabei die Detektionsmöglichkeiten, die Alarmierungswege und die Handlungsanweisungen für die Beteiligten darzustellen. Im Plan sollte weiterhin eine Darstellung des Gefährdungspotenzials und der Gefahrenabwehrmaßnahmen enthalten sein

Sicherheitsgutachten

Das Sicherheitsgutachten bestätigt nach dem Vier-Augen-Prinzip die Vollständigkeit der Sicherheitsdokumentation im Hinblick auf alle für die Tunnelsicherheit relevanten Maßnahmen und fasst die wesentlichen Ergebnisse kurz zusammen. Das Sicherheitsgutachten wird durch einen auf diesem Gebiet spezialisierten Sachverständigen aufgestellt. Das Sicherheitsgutachten ist der Sicherheitsdokumentation im Rahmen der Vorlage bei Verwaltungsbehörde und Einverständniserklärung durch die Verwaltungsbehörde zum Zeitpunkt der Planfeststellung und zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Tunnels beizulegen.